DER PROZESS

Beim Bürger:innenrat für Ernährungspolitik kommen zufällig ausgeloste, in der Schweiz wohnhafte Menschen zusammen und gehen in einem ergebnisoffenen Format der Frage nach, wie eine nachhaltige Ernährungspolitik in der Schweiz 2030 aussehen könnte.

Die so ausgewählte Gruppe soll die Schweiz bezüglich verschiedener Merkmale wie beispielsweise Geschlecht, Alter, politischer Einstellung, Bildungsstand oder Verteilung der Stadt-Land-Bevölkerung möglichst gut abbilden. Am Ende des Bürger:innenrats stimmen die Teilnehmenden über die gemeinsam erarbeiteten Empfehlungen ab, die anschliessend an die Politik und Verwaltung übergeben und der breiten Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden.

Kurz zusammengefasst

  1. Auslosung der Teilnehmenden
  2. Eine repräsentative Gruppe der Schweizer Wohnbevölkerung bildet den Bürger:innenrat
  3. Die Bürger:innen diskutieren an 11 Treffen untereinander und in regelmässigem Austausch mit Expert:innen
  4. Die Bürger:innen erarbeiten gemeinsame Empfehlungen für eine zukünftige Ernährungspolitik
  5. Die Bürger:innen entscheiden sich via Abstimmung für einen finalen Massnahmenkatalog
  6. Der Massnahmenkatalog wird der Politik und Verwaltung übergeben

Ablauf

Den Auftakt des Bürger:innenrats bildet ein Wochenende in Olten am 11./12. Juni 2022. Hier kommen alle Teilnehmenden erstmals zusammen, lernen sich kennen und machen sich mit dem weiteren Vorgehen vertraut. Zugleich gibt es einen wissenschaftlichen Gesamtüberblick über das Thema sowie Inputs von Stakeholdergruppen. Darauf folgen fünf Online-Arbeitstreffen, mit thematischen Inputs und Dialogen in Kleingruppen. 

Das zentrale Element eines Bürger:innenrats ist der Meinungsbildungsprozess. In dessen Mittelpunkt stehen professionell moderierte Dialoge, bei denen alle Teilnehmenden gleichermassen zu Wort kommen. Sie erhalten Informationen durch führende Wissenschaftler:innen und kriegen einen Raum, um sich auszutauschen, Standpunkte abzuwägen und sich eine Meinung zu bilden. Herzstück dieser Dialoge sind 10 Kleingruppen, in denen die Teilnehmenden ihre Perspektiven zusammenbringen und gemeinsam Empfehlungen erarbeiten. 

Am 1. Oktober findet ein zweites physisches Treffen für einen gruppenübergreifenden Austausch statt. Darauf folgen erneut drei Online-Arbeitstreffen in den Kleingruppen, in denen der Bürger:innenrat für Ernährungspolitik seine Empfehlungen überarbeitet.

Am 5./6. November findet das Abschlusswochenende statt. Dort werden die Empfehlungen der Themengruppen finalisiert und kommen im Plenum des Bürger:innenrats für Ernährungspolitik zur Abstimmung. Am Ende steht ein Katalog an Massnahmen, welcher der Politik und der Verwaltung übergeben sowie der breiten Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt wird.

Lernausflüge

Parallel zu den Bürger:innenrats-Treffen und Sitzungen erhalten die Teilnehmenden die Möglichkeit, in Form eines Lernausfluges jeweils ein bis zwei Projekte zu besuchen, welche aktuell ein zukunftsfähiges Ernährungssystem mitgestalten, in der Anwendung erfolgreich sind und so mit gutem Beispiel vorangehen. Durch den persönlichen Austausch mit den jeweiligen Projektverantwortlichen erfahren die Teilnehmenden des Bürger:innenrat aus erster Hand von den Chancen und Hindernissen, auf die diese Projekte stossen.

 

Die Lernausflüge sollen Wissen vermitteln und die Teilnehmenden des Bürger:innenrats dazu inspirieren und motivieren, diese zukunftsfähigen Ansätze und die damit verbundenen Chancen und Risiken in ihre Dialoge und in die Empfehlungsbildung einzubeziehen. Zu diesem Zweck tragen die Teilnehmenden das Gelernte in ihre Arbeitsgruppen. Da die Mitglieder der Arbeitsgruppen jeweils verschiedene Lernausflüge besuchen, fliessen unterschiedliche Eindrücke und Erkenntnisse in den Arbeitsprozess ein.

Auswahlverfahren

Das Sozial- und Marktforschungsunternehmen DemoSCOPE wurde damit beauftragt eine Gruppe in der Schweiz wohnhafte Menschen zu finden, welche am Bürger:innenrat teilnehmen und die Schweizer Wohnbevölkerung möglichst repräsentativ abbilden.

 

Der Auswahl-Prozess basiert auf einem Zufallsverfahren, wobei grundsätzlich jede in der Schweiz wohnhafte Person die Chance hat, rekrutiert zu werden.