DER PROZESS

Beim Bürger:innenrat für Ernährungspolitik kommen zufällig ausgeloste, in der Schweiz wohnhafte, Menschen zusammen. Gemeinsam gehen sie in einem ergebnisoffenen Format der Frage nach, wie eine nachhaltige Ernährungspolitik in der Schweiz 2030 aussehen könnte. 

Die so ausgewählte Gruppe bildet die Schweiz bezüglich verschiedener Merkmale wie beispielsweise Geschlecht, Alter, politischer Einstellung, Bildungsstand oder Verteilung der Stadt-Land-Bevölkerung möglichst gut ab. Am Ende des Bürger:innenrats stimmen die Teilnehmenden über die gemeinsam erarbeiteten Empfehlungen ab. Der Empfehlungskatalog des Bürger:innenrats für Ernährungspolitik enthält dann konkrete Massnahmen, wie das Schweizer Ernährungssystem nachhaltiger gestaltet werden soll. Er wird am nationalen Ernährungssystemgipfel vom 2. Februar 2023 in Bern an Politik, Verwaltung und Praxis übergeben.  

Kurz zusammengefasst

  1. Auslosung der Teilnehmenden
  2. Eine repräsentative Gruppe der Schweizer Wohnbevölkerung bildet den Bürger:innenrat
  3. Die Bürger:innen diskutieren an 11 Treffen untereinander und in regelmässigem Austausch mit Expert:innen
  4. Die Bürger:innen erarbeiten gemeinsame Empfehlungen für eine zukünftige Ernährungspolitik
  5. Die Bürger:innen entscheiden sich via Abstimmung für einen finalen Massnahmenkatalog
  6. Der Massnahmenkatalog wird der Politik und Verwaltung übergeben

Ablauf

Im Juni 2022 traf sich der Bürger:innenrat für Ernährungspolitik zu einem zweitägigen Auftaktwochenende. Hier kamen alle Teilnehmenden erstmals zusammen, lernten sich kennen und machten sich mit dem weiteren Vorgehen vertraut. Zugleich gab es einen wissenschaftlichen Gesamtüberblick über das Thema wie auch Inputs von Stakeholdergruppen. Darauf folgten fünf Online-Arbeitstreffen, mit thematischen Inputs und Dialogen in Kleingruppen. 

Das zentrale Element eines Bürger:innenrats ist der Meinungsbildungsprozess. In dessen Mittelpunkt stehen professionell moderierte Dialoge, bei denen alle Teilnehmenden gleichermassen zu Wort kommen. Sie erhalten Informationen durch führende Wissenschaftler:innen und kriegen einen Raum, um sich auszutauschen, Standpunkte abzuwägen und sich eine Meinung zu bilden. Herzstück dieser Dialoge sind 10 Kleingruppen, in denen die Teilnehmenden ihre Perspektiven zusammenbringen und gemeinsam Empfehlungen erarbeiten. Je zwei Kleingruppen beschäftigen sich mit einem der folgenden Themen: Gesundheit, Umwelt, Wirtschaft, Produktion & Soziales. 

Am 1. Oktober 2022 findet ein zweites physisches Treffen für einen gruppenübergreifenden Austausch in Lausanne statt. Darauf folgen erneut drei Online-Arbeitstreffen in den Kleingruppen, in denen der Bürger:innenrat für Ernährungspolitik seine Empfehlungen überarbeitet.

Am 5./6. November 2022 findet das Abschlusswochenende in Zürich statt. Dort werden die Empfehlungen der Themengruppen finalisiert und kommen im Plenum des Bürger:innenrats für Ernährungspolitik zur Abstimmung. Am Ende steht ein Katalog an Massnahmen, welcher der Politik, Verwaltung und Praxis am nationalen Ernährungssystemgipfel im Februar 2023 übergeben wird. Zusätzlich wird der Massnahmenkatalog der breiten Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. 

Lernausflüge

Um das Bild über die Vielfalt des Schweizer Ernährungssystems weiter zu vertiefen, unternahm der Bürger:innenrat für Ernährungspolitik während dem Sommer Lernausflüge. Dort besuchten die Mitglieder des Bürger:innenrats zukunftsfähige und erfolgreiche Praxisbeispiele in der ganzen Schweiz: Vom partizipativem Bauernsupermarkt « La Fève » in Meyrin (GE) bis zur Solidarischen Berglandwirtschaft in Sumvitg (GR) und vom Lebensmittelhersteller « Tigusto » in Cugnasco-Gerra (TI) bis zum mehr als regionalen Restaurant « Werkhof » in Liebefeld (BE).  

Durch den persönlichen Austausch mit den jeweiligen Projektverantwortlichen erfahren die Teilnehmenden des Bürger:innenrat aus erster Hand von den Chancen und Hindernissen, auf die diese Projekte stossen.

Die Lernausflüge sollen Wissen vermitteln und die Teilnehmenden des Bürger:innenrats dazu inspirieren und motivieren, diese zukunftsfähigen Ansätze und die damit verbundenen Chancen und Risiken in ihre Dialoge und in die Empfehlungsbildung einzubeziehen. Zu diesem Zweck tragen die Teilnehmenden das Gelernte in ihre Arbeitsgruppen. Da die Mitglieder der Arbeitsgruppen jeweils verschiedene Lernausflüge besuchen, fliessen unterschiedliche Eindrücke und Erkenntnisse in den Arbeitsprozess ein.

Auswahlverfahren

Das Sozial- und Marktforschungsunternehmen DemoSCOPE wurde damit beauftragt eine Gruppe in der Schweiz wohnhafte Menschen zu finden, welche am Bürger:innenrat teilnehmen und die Schweizer Wohnbevölkerung möglichst repräsentativ abbilden.

Der Auswahl-Prozess basierte auf einem Zufallsverfahren, wobei grundsätzlich jede in der Schweiz wohnhafte Person die Chance hatte, rekrutiert zu werden.